Sumpfeiche schmückt den Berliner Park
Mit vereinten Kräften ist das Differdinger Geschenk in den Ahlener Boden gebracht worden. Das Bild zeigt (v. l.) Andreas Mentz, Jörg Pieconkowski, Bernhard Wallgärtner sen., Andreas Wallgärtner, Dr. Alexander Berger und Bernhard Wallgärtner jun. beim Pflanzen der Sumpfeiche.

„Steht wie ‘ne eins“, ruft der Gärtnermeister, als der Baum am frühen Montagmorgen nach etwa 20 Minuten stabil in der Senkrechte ruht. Der Ahlener Gartenbauunternehmer hat seinen Auftrag zuverlässig erfüllt, das Geschenk der Stadt Differdingen an seine endgültige Stelle zu bugsieren.

Aus Anlass des 35-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Ahlen und der luxemburgischen Stadt übergab vor zwei Wochen Roberto Traversini die stattliche Eiche an die Ahlener Gastgeber. Differdingens Bürgermeister betonte, dass man nach einem nachhaltigen Präsent gesucht habe. Fündig wurde man in der Nettetaler Baumschule Lappen. Eine Sumpfeiche sollte es sein, die so viele Jahresringe trägt, wie die Freundschaft zwischen Ahlen und Differdingen währt.

Auf einem Tieflader rollte die für feuchte Böden gut geeignete Eiche vor etwas mehr als einer Woche in Ahlen an: Zweieinhalb Tonnen schwer und gut sechs Meter hoch – ein ungewöhnlich großes Maß für eine Neuanpflanzung. Jörg Pieconkowski, Leiter der Ahlener Grünflächenunterhaltung, ist glücklich über die Gabe aus Differdingen: „Das ist genau der richtige Baum für den Berliner Park.“ Dieser sei nämlich seit je her ein Wasserloch. Nach heftigem Niederschlag sammelt sich das Regenwasser auf dem lehmigen Boden und versickert nur langsam.

Ideale Standortbedingungen für das botanisch Quercus palustris bezeichnete Gewächs. Alte Exemplare erreichen in Ausnahmefällen Wuchshöhen von bis zu 37 Metern und Stammdurchmesser von bis zu 1,5 Metern und darüber.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger beobachtete die spektakuläre Pflanzaktion im Berliner Park persönlich. Er ist sich sicher, dass Erholungssuchende während ihrer Rast auf der darunterliegenden Sitzbank Freude an dem Schattenspender haben werden. Am dafür eigentlich prädestinierten Platz der Städtepartnerschaft ließ sich die Eiche leider nicht pflanzen. „Dafür ist dort der Untergrund zu stark verdichtet“, erklärt Stadtbaurat Andreas Mentz. Die Staunässe hätte dem Baum in kürzester Zeit den Garaus gemacht.

Ein zweisprachiges Legendenschild wird bald darauf hinweisen, wem die Ahlener ihren „Jubiläums-Baum“ zu verdanken haben.

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